Vorwort

 

 Ich habe immer gefunden, die so genannten guten Menschen

  verlieren bei näherem Hinsehen und die schlechten gewinnen.

 (Immanuel Kant)

 

 

Dies ist ein Buch für Menschen, die Menschen mögen.

Das Leitmotiv ist ein über 200 Jahre altes Zitat, das eine Jahr­tau­sende alte Erkenntnis treffend wiedergibt: Was unsere Mit­men­schen tun oder lassen, lässt sich in den seltensten Fällen als gut oder schlecht, als richtig oder falsch beurteilen. Man kann Wesenszüge von Menschen nicht werten. Wo es Proble­me zwischen Menschen gibt, da ist meistens keine „Schlech­tig­keit“ im Spiel. Und viele solche Schwierigkeiten las­sen sich mit etwas Sympathie leicht vermeiden oder lösen.

 

Denn ein gutes Miteinander kommt vor allem dann zustande, wenn Menschen sich in andere Menschen hineinfühlen und sie ernst nehmen. Wer dazu bereit ist, dem kann dieses Buch dabei helfen, sich und anderen das Leben etwas leichter, an­ge­­nehmer und erfolgreicher zu machen. Wer dazu nicht bereit ist, legt es lieber jetzt gleich wieder weg - oder verschenkt es am besten noch heute.

 

Dies ist kein wissenschaftliches Buch.

Menschen lassen sich nicht mathematisch exakt berechnen. Auch sollten wir gar nicht erst versuchen, unsere Mitmenschen wissenschaftlich zu analysieren. Das System der Persönlich­keitstypen beruht auf Beobachtung, Erfahrung und Gefühl. Das Verhalten von Menschen wird damit in praktischer Weise beschreibbar und erfassbar, ohne dass dies alles im engeren Sinn „beweisbar“ wäre. An manchen Stellen wird trotzdem Be­zug auf psychologische Fachliteratur genommen. Aber das geschieht in sehr allge­mei­ner Form und dient nur dem Nach­weis, dass die Aussagen dieses Buches nicht im Widerspruch zur gängigen Lehr­mei­nung stehen. Niemand möge an diesen Stellen nach unscharf formulierten Feinheiten suchen.

 

Dieses Buch lehrt nicht, wie man sich Menschen gefügig macht.

Natürlich müssen wir nach Erfolg streben. Aber das geht am bes­ten mit fairen Methoden. Wenn wir für an­dere angenehm und nützlich sind, dann werden sie gern mit uns zu tun haben. Das gilt nicht nur für den privaten, per­sön­lichen Bereich, son­dern genauso für Ehrenamt und Geschäft. Wer seine Kunden als Menschen ernst nimmt, ihre Würde und ihre Gefühle ach­tet, wird auf Dauer nicht weniger Geschäft mit ihnen ma­chen als ein Hochdruckverkäufer, wird sich dabei aber sehr viel bes­ser fühlen.

 

Dies ist nicht das Hirngespinst eines naiven Träumers, son­dern die Erfahrung aus 20 Jahren an der „Kundenfront“. Sie wird von aufgeklärten Verkaufsprofis und vielen anderen ge­teilt, die ihren (teils recht üppigen) Lebensunterhalt durch den Umgang mit Menschen verdienen.

 

Dies ist ein Buch für den täglichen Gebrauch.

Niemand möge hier nach Spezialanleitungen für Sonderfälle su­chen. Die meisten Dinge im Leben unterbleiben oder miss­lin­gen, weil wir Grundlegendes missachten oder einfach nicht wissen. Deshalb werden hier vor allem grundlegende Dinge behandelt. Nichts davon ist wirklich neu. Es soll vielmehr das Wichtige, das man über den Umgang mit Menschen wissen sollte, so klar und verständlich wie möglich dargestellt werden, damit es möglichst vielen Menschen in ihrem Alltag wirksam weiterhilft.

 

Jeder Mensch ist einzigartig.

Und so soll es bleiben. Deshalb enthält dieses Buch keinerlei An­­leitungen zur Persönlichkeitsveränderung. Denn niemand soll glauben, man könne sich und sein Wesen verändern oder gar regelrecht umkrempeln. Jeder Versuch, sich oder andere zu verändern, erfordert immense Anstrengungen und führt in aller Regel zu keiner nachweislichen Verbesserung. Wer sich ver­leugnet, schwächt sich. Wir sollten unserem Schicksal dank­bar dafür sein, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der wir sein dürfen, wie wir sind! Allerdings können wir lernen, uns und andere besser zu verstehen und besser mit uns und den anderen umzugehen.

 

Auch der Autor dieses Buches mag Menschen.

Deshalb ist es so geschrieben, dass es jeder normale Mensch versteht, der sich für das Thema interessiert. Es erklärt mög­lichst gut verständlich die wirklich wichtigen Dinge. Deshalb verzichtet es auf alle überflüssigen Fremdwörter, Schachtel­sät­ze und sonstiges Imponiergehabe. Die Geschichten, die als Beispiele angeführt werden, sind ausnahmslos wahr. Ent­we­der war ich selbst dabei oder sie stammen von verlässlichen Zeugen, die direkt dabei waren, oder sie sind aus den Medien gut bekannt. Sie sind damit besonders aussagekräftig. Die Beispiele aus meinem persönlichen Umfeld sind lediglich aus Rücksicht auf die beteiligten Personen teilweise ver­fremdet, damit sie keine Rückschlüsse auf die Identität dieser Personen mehr zulassen.

 

Die Fotos sind in der Regel spontan entstandene Schnapp­schüsse oder Standbilder aus Videos. Damit sind auch sie be­sonders aussagekräftig. Dass unter diesen Bedingungen die technische Qualität begrenzt ist, versteht sich von selbst. Soweit irgend möglich, wurden die dargestellten Personen be­fragt und haben bestätigt, dass die Anmerkungen zu den Bil­dern korrekt sind. Wenn Bilder gestellt sind, wird aus­drück­lich darauf hingewiesen.

 

Die Sammlung an Zitaten, Bildern und anderen Beispielen scheint nicht zufällig, sie ist es. Denn so wie auch das Leben selbst meist keine systematischen Recherchen über die Per­so­nen zulässt, mit denen man es zu tun bekommt, so ist auch in dieses Buch das Material eingegangen, das sich mehr oder weniger von selbst anbot.

 

In diesem Buch wird abwechselnd von Menschen (männlich), Personen (weiblich), Persönlichkeiten (auch weiblich) und Per­sön­lichkeitstypen (männlich) die Rede sein. Damit fühlen sich hoffentlich Leserinnen und Leser gleichermaßen berück­sichtigt und angesprochen. Das System der Persön­lich­keits­typen an sich unterscheidet nicht zwischen männlichen und weib­lichen Verhaltensweisen und Wesenszügen.

 

Aktuelle Informationen zum Thema und zum Buch gibt es im Internet unter www.persoenlichkeitstypen.de.

 

 

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, dass sie in diesem Buch das eine oder andere finden mögen, das ihnen und ihren Mitmenschen das Leben leichter, angenehmer und erfolg­rei­cher macht.

 

Seubersdorf in der Oberpfalz, im Dezember 2006

 

Ludwig Hahn